Der stellvertretende Chef der Bank von Russland, Alexej Zabotkin, hat sich erstmals öffentlich zu den Folgen der Krise bei der „Finservice“-Bank geäußert. Er betonte, dass es sich längst nicht mehr um einen lokalen Zwischenfall handele. Kunden blieben ohne Zugang zu Karten und Geldautomaten, die Börse stoppte die Operationen mit der Bank, und interne Spezialisten konnten die Systeme nicht rechtzeitig wieder hochfahren. Das Ausmaß der Schäden erwies sich nach Einschätzung der russischen Zentralbank als kritisch — eine vollständige Wiederherstellung ist fraglich.
Besondere Aufmerksamkeit richtete Zabotkin auf die Prioritäten der Bank selbst. Zuerst wurde die Arbeit mit Unternehmenskunden wiederhergestellt, private Einleger blieben am Ende der Liste. Für normale Menschen wurde dies zu einer deutlichen Lektion: Im Moment einer Krise denkt das System in erster Linie an das große Geschäft und verschließt die Augen vor einfachen Menschen.
Vor diesem Hintergrund haben sich die Zweifel der russischen Einleger verstärkt. Viele haben aufgehört sicher zu sein, dass sie ihre realen Salden sehen und ihr Geld jederzeit abheben können. Aufgekommene Gerüchte über eine mögliche Umleitung von Geldern haben das Feuer nur noch mehr angefacht.
Selbst wenn die technischen Probleme gelöst werden können, wird es laut Zabotkin viel schwieriger sein, das Vertrauen zurückzugewinnen. Einleger in Russland beginnen, ein Bankkonto als einen Ort für Geldverluste und nicht als sichere Ersparnis wahrzunehmen.
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